Monetarisierung - Mit der Webseite die Bedürfnisse der
User abdecken - es sollte nicht nur ein Geschäftsmodell für
die Website sein.
Gute Dienste im Internet sind kostenpflicht.
Geht es Ihnen auch so: Sie finden im Internet ein nützliches
Tool, eine nützliche Information oder auch einfach nur
eine schöne Grafik und plötzlich verlangt der Webmaster
für diese oder weitere Dienste Geld. Unverschämt, oder?
Diese Meinung und diese Einstellung vertreten und haben leider
sehr sehr viele Internet-User. Die meisten Menschen im Internet
sind der Meinung, das virtuelle Netz sei für alle da und
deshalb seien auch sämtliche Informationen darüber und
darin kostenlos.
Wenn Sie jetzt in sich kehren und ernsthaft darüber nachdenken,
dann müssen Sie zugeben, eine derartige Einstellung sollte
man ernsthaft überdenken. Das kleinste Programm, die kürzeste
Meldung oder die einfachste Grafik, alles wurde irgendwann einmal
von irgendjemand erstellt und dieser Jemand kann nicht nur von
Luft alleine leben, auch er braucht Geld um sein Leben zu finanzieren.
Nun gut, es gibt viele Duplikate im Netz und viele Webmaster nehmen
es mit den Eigentumsrechten anderer Menschen nicht so ganz ernst.
Das Duplizieren einer schönen Grafik geht relativ einfach
und der Webmaster der anderen Website soll sich man nicht so pingelig
anstellen. Ist ja nur eine kleine Grafik und die Veröffentlichung
tut niemandem weh. Strafbar kann so etwas wohl nicht sein, höchstens
ein Kavaliersdelikt und wenn der Eigentümer sich wirklich
meldet, dann kann man die Grafik oder die übernommenen Inhalte
immer noch entfernen.
Weit
gefehlt! Sie bewegen sich mit dieser Einstellung an der Grenze
zu einer Straftat. Fremde Webinhalte gehören nicht Ihnen,
es ist das geistige Eigentum eines anderen Menschen und dieses
Eigentum haben Sie so sehr zu respektieren wie jedes fremde Fahrrad
das unverschlossen vor einer Bäckerei abgestellt wurde. Es
gehört Ihnen nicht und deshalb müssen Sie sich nicht
wundern, wenn der Eigentümer Schadensersatz von Ihnen verlangt,
wenn Sie ihm sein Eigentum entwendet haben.
Leider hat diese Grundeinstellung dazu geführt, dass auch
viele Webmaster der Meinung sind, sie müssten ihren Usern
unbedingt kostenlose Inhalte zur Verfügung stellen. Viele
Webmaster sind froh, wenn sie überhaupt Besucher auf ihrer
Webseite haben, fühlen sich mehr oder weniger geehrt und
bezahlen dafür dann auch noch Geld. Sofern man als Schüler
seine kleine Homepage gebaut hat oder auch als Hausfrau eine kleine
Strickseite ins Internet gestellt hat, mag man sich diese Einstellung
und diesen Luxus noch leisten können, nicht aber, wenn man
als Webmaster von seinen Projekten leben muss oder möchte.
Gute Websites brauchen ein tragbares Geschäftsmodell!
Deshalb ist wichtig: bevor man eine Webseite ins Internet stellt
sollte man sich die Frage stellen, ob es sich bei der Seite lediglich
um eine kleine Hobby-Seite handelt oder ob man mit dieser Seite
möglicherweise Geld verdienen möchte. Wenn letzteres
der Fall ist, dann sollte man sich ganz genau überlegen,
ob sich das Projekt auch monetarisieren lässt, das heißt,
ob hinter der Idee auch ein tragbares Geschäftsmodell steht.
Viele Besucher auf Ihrer Webseite bedeuten nicht zwangsläufig
viele oder hohe Einnahmen; die meisten Betreiber von Foren können
ein Lied davon singen. Ein erfolgreiches Forum ist eine tolle
Plattform um zu kommunizieren, doch Geld für den Betreiber
bringen die User nicht. Im Gegenteil: Der Betreiber des Forums
hat neben seiner Arbeit erhebliche Serverkosten, denn viele Besucher
bedeuten kostenpflichtigen Traffic und teuere Server. Außerdem
muss der Forenbetreiber möglicherweise zusätzliche Editoren
beschäftigen die die Einträge überwachen und kommentieren
und auch die wollen bezahlt werden bzw. müssen von irgendetwas
leben.
Ob Sie es wollen oder nicht, ein Webprojekt mit dem Sie im Internet
ernsthaft und seriös Geld verdienen wollen ist im Grunde
nichts anderes als wenn Sie sich mit einem Tapeziertisch auf dem
Marktplatz stellen, um etwas zu verkaufen. Bevor man den Tapeziertisch
überhaupt erst aufstellt muss ein Geschäftsmodell her.
Sie müssen eine Marktlücke erkannt haben, um die Bedürftigkeit
der Menschen zu befriedigen. Bei den Wüstenbewohnern in der
Sahara werden Sie wohl kaum mit dem Verkauf von Heizkörpern
reich werden und am Nordpol werden sich wohl die wenigsten für
einen Kühlschrank interessieren. Umgekehrt wird sicher ein
Schuh draus, also die richtigen Personen für das richtige
Produkt ansprechen.
Beispiele von erfolgreichen Geschäftsmodellen im Internet:
Es gibt wunderbare Geschäftsmodelle, das Internet macht es
Ihnen geradezu vor. Ob nun KaZaR als Tauschbörse, eBay als
Online-Auktionshaus, Skype mit der Internet-Telefonie oder Googel
mit der Suchtechnologie im Internet. Alle Projekte verzeichnen
bzw. verzeichneten Millionen und Milliardengewinne. Gerade Google
ist ein sehr gutes Beispiel für ein fantastisch gutes Geschäftsmodell,
um Geld zu verdienen. Google stellt den Internet-Usern eine Suchtechnologie
zur Verfügung, die Milliarden an US-Dollar verschlungen hat.
Die Suchtechnologie ist allerdings nicht das Geschäftsmodell
sondern die Möglichkeit, darüber Werbung über zu
verbreiten und hierfür bezahlen Unternehmen sehr viel Geld.
Google
hat das Geschäftsmodell
mit der Werbung in Perfektion ausgereizt. So lange die Server
laufen und Suchergebnisse an User ausliefern, so lange ist die
Plattform im wahrsten Sinne des Wortes eine Gelddruckmaschine.
Google
AdWords bzw. Google
AdSense sind die Zauberwörter. Die Werbekunden schalten
AdWords-Anzeigen, Google verteilt die Werbung über Millionen
von Werbepartnern (kleine Webmaster) und zahlt dafür AdSense
und beschert den Webmastern eine angenehme Einnahmequelle.
Die schwarzen Web-Schafe - Made for AdSense:
Leider haben sich Millionen von Webmastern an die Fernsen von
Google geheftet und versuchen mit unseriösen Mitteln, auf
Kosten von Google Geld abzugreifen. So finden sich Millionen von
Spammer-Webseiten im Internet die nichts anderes versuchen, als
User auf die Seite zu locken, um diese dann zum Anklicken einer
AdSense-Anzeige zu animieren. Diese Webmaster verwässern
nicht nur die Qualität der Informationsinhalte im Internet,
sie schädigen auch ganz bewusst jeden Werbekunden, der unter
Umständen sehr viel Geld für seine Werbung an Google
gezahlt hat. "Made
for AdSense" nennt man derartige Spammerseiten.
Sehr viele Webmaster haben sogar die Suchtechnologie von Google
aufgebohrt, um darüber Geld zu verdienen. Schon lange ist
bekannt, dass eines der elementarsten Kriterien für gute
Suchergebnisse die abgegebenen Empfehlungen von Websites ist.
Umso mehr Empfehlungen eine Webseite erhalten hat, umso wichtiger
schätzt Google diese Webseite ein und umso höher steigt
die Seite in den Suchergebnislisten, bis sie letztlich auf Platz
1 gelistet ist. Hierdurch ist zwischenzeitlich ein wahrer Massenmarkt
um den Handel mit Hyperlinks entstanden. Teilweise werden für
einen einzigen Link bis zu hohen vierstelligen Summen bezahlt,
und zwar monatlich! Hierdurch entsteht ein ewiger Kampf des Aufrüstens;
Google möchte die falschen Empfehlungen neutralisieren, die
Linkverkäufer lassen sich immer neue Varianten einfallen,
um verkaufte Links zu verstecken.
Google selbst ist beeindruckt von dem Einfallsreichtum vieler
Webmaster, ist zu Recht allerdings auch der Meinung, mit diesem
Ideen-Potential hätten sich auch andere, und vor allem seriösere
Geschäftsmodelle finden lassen.
Auf erfolgreiche Geschäftsmodelle anderer Webanbieter zu
hoffen, um darüber möglicherweise durch Manipulationen
noch etwas Geld zu verdienen, ist ganz sicherlich kein erfolgreiches
Geschäftsmodell. Auf Dauer wird dieses Modell in sich zusammenbrechen
müssen, weil der Modell-Inhaber sich sein Geschäft nicht
kaputt machen lässt. Außerdem sind die so genannten
Trittbrettfahrer wie mit einer Nabelschnur an die gemolkene Kuh
verbunden und wenn dieser die Nabelschnur durchtrennt, ist auf
einen Schlag die Geldquelle versiegt.
Es gibt nicht nur Google-AdSense als Geschäftsmodell:
Es sollte schon ein eigenes Geschäftsmodell sein, Möglichkeiten
gibt es genug. Als Beispiel sei das Geschäft des ehemaligen
sehr erfolgreichen Unternehmens MobilCom genannt. MobilCom hatte
das Potential der Mobilfunk-Netzbetreiber
erkannt. Warum sollte ein potentieller Mobilfunkkunde nicht die
Möglichkeit haben, sich auf einem Portal für eines der
vier deutschen Netzbetreiber entscheiden zu können. Hierbei
bot und bietet MobilCom die Möglichkeit, die verschiedenen
Tarife miteinander zu vergleichen und sich für das beste
Tarifmodell zu entscheiden. In der Fortführung des Modells
hat MobilCom sich dann eigene Tarife einfallen lassen und konnte
sich dadurch dann sehr schnell zu einem Großkonzern entwickeln.
Wikipedia - sehr gutes Informationsportal und doch ein Millionengrab!
Wie sich ein Konzept auch zu einem Millionengrab entwickeln kann
zeigt die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia. Eine tolle
Seite mit tausenden von freiwilligen Editoren die quasi jedes
Thema sehr ausführlich beschreiben. Nur hinter Wikipedia
steckt kaufmännisch gesehen kein Geschäftsmodell und
die Nutzer dieses Portals bringen kein Geld. Die Folge: Wikipedia
muss Jahr um Jahr um Spenden betteln, damit sich das Projekt überhaupt
noch trägt. Bei Wikipedia als gute und anerkannte Informationsquelle
mag diese Bettelarie noch funktionieren; bei kleineren NO-Name-Portalen
ganz sicherlich nicht.
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