Telekommunikation über DSL - VDSL - Glasfaser - UMTS-HSPA
- WiMAX und LTE
Telekommunikation
ist mit dem Internet ganz eng verbunden und wird mit den stetig
wachsenden Möglichkeiten im Netz ein immer wichtigeres Thema.
Am Anfang stand das ARPANET:
Als sich vor rund 40 Jahren (1969) vier Universitäten im
US-amerikanischen Kalifornien auf Betreiben des US-amerikanischen
Verteidigungsministeriums zusammenschlossen um ein Informationsnetz
zu betreiben konnte niemand ahnen, wie sehr sich die weltweite
Kommunikation dadurch verändern würde. Bestand das seinerzeitige
"ARPANET" zunächst nur aus einem Verbund von vier
Universitäten, wuchs die Zahl der verbundenen Computersysteme
bis zum Jahre 1971 bereits auf 23. Im Jahre 1973 traten die ersten
europäischen Großrechnersysteme diesem Verbund bei;
im Jahre 1984 waren bereits 1000 Rechnersysteme zusammengeschlossen,
1985 weltweit 2000 Systeme, 1989 = 100.000 Systeme und 1992 wurde
erstmalig die eine Milliongrenze von verbundenen Rechnersystemen
überschritten.
Telekommunikation
mit Beginn des modernen Internets:
Eigentlich bis etwa 1990 bestand dieses Informationsnetz aus einem
elitären Kreis von verbundenen Großrechnersystemen,
wenn auch Computer- und Softwarehersteller
wie Microsoft und Apple in den 1980er Jahren bezahlbare Computer
auf den Markt gebracht hatten. Die meisten Usergemeinschaften
kommunizierten bis dahin zumeist über diese Netze, allerdings
bereits auch über Internet-Dienste wie E-Mail oder Usenet,
außerdem über Admin-Dienste wie Telnet. Das 1990 noch
junge Internet-Informationsdienst WWW gab es zwar bereits, doch
lief die Kommunikation noch über DOS-Oberflächen; die
grafischen Nutzeroberflächen mit ihren bekannten Hyperlink-Navigationen
sollte erst mit der Entwicklung des Netscape-Browsers 1994 seinen
Siegeszug erfahren.
Für die Heimnutzer, also für Privatpersonen die von
ihrem zuhause in dieses Netz wollten, hatten 1990 so gut wie keine
Möglichkeiten. Einige Computerfreaks schlossen ihre Rechner
mittels Modem über das Telefonnetz an diese Systeme, doch
den meisten Menschen war diese Technik einfach zu kompliziert.
Zwar hatte die Deutsche Telekom AG 1984 BTX (Bildschirmtext) eingeführt
und in Frankreich gab es einen vergleichbaren Dienst namens Minitel
doch die fehlende grafische Oberfläche und die komplizierten
Eingaben waren ein regelrechter Hemmschuh; diese Dienste wollten
sich nicht über die Landesgrenzen hinaus etablieren.
Erst
der Britte Tim Berners Lee läutete den Siegeszug des Internets
mit der Entwicklung der HTML-Sprache ein, der Schwede Mark Andreessen
war durch die Entwicklung des Netscape-Browsers maßgeblich
daran beteiligt. Plötzlich konnten und wollten viele übers
Internet kommunizieren, doch nun zeigte sich eine weitere Bremse
auf, nämlich die fehlenden Internet-Leitungen. Kommuniziert
wurde in den Anfangsjahren über Analog-Telefonleitungen bzw.
in Europa auch über digitale ISDN-Leitungen. Sowohl Analog
als auch ISDN hatten aber ihre Leistungsgrenzen. Mit maximal 56
KBit/s (Analog) oder 64 KBit/s (ISDN) konnten nicht wirklich große
Datenmengen durchs Internet transferiert werden; die Übermittlung
von großen Grafiken konnte zum Absturz der Verbindungen
führen.
Mit DSL beginnt das Breitband-Internet:
Ende der 1990er Jahre hatte die Deutsche Telekom die ersten DSL-Leitungen
auf den Weg gebracht, diese boten immerhin eine Geschwindigkeit
von bis zu 768 KBit/s im Download. Zeitgleich besaß die
Telekom auch noch ein TV-Kabelnetz, dass überwiegend über
Glasfaser realisiert wurde und zudem kam die bundesdeutsche Wende
ins Spiel. Die Telekom musste sich aus kartellrechtlichen Gründen
für eines der Kommunikationsnetze (Kupferleitungen mit Analog,
ISDN und DSL oder TV-Glasfasernetz) entscheiden und sie entschied
sich fatalerweise für die alten Kupferleitungen, also die
alten Telefonleitungen. Dennoch konnte die Telekom Deutschland
in vielen Regionen mit DSL-Breitband-Internet versorgen, doch
DSL hat wegen der Kupferleitungen seine Grenzen.
Glasfaser und Hochgeschwindigkeitsnetze:
Die drei großen Kabelnetzbetreiber Kabel-Deutschland, Kabel-BW
und Unitymedia erkannten nämlich auch das Potential von Breitband-Internet
und rüsteten ihre wesentlich stabileren Glasfaserkabelnetze
entsprechend auf. DSL hat ihre Leistungsgrenze bei maximal 6.000
KBit/s erreicht und ADSL2+ bei etwa 16.000 KBit/s. Mit großem
Aufwand ist die Telekom dabei, ein VDSL-Netz über deutsche
Städte zu errichten, doch auch VDSL hat seine Leistungsgrenze
(derzeit - Stand 08/2010) bei etwa 50.000 KBit/s. Die Kabelnetzbetreiber
bieten dagegen bereits Leitungen von bis zu 100.000 KBit/s, in
einigen Teststrecken sogar bis zu 200.000 KBit/s.
Preise
für Breitband-Internet:
Erfreulicherweise sind die Nutzung der Breitband-Netze relativ
billig geworden. Breitband-Komplett-Pakete sind heute für
zwischen 20 und 30 Euro zu haben und dabei werden mehrere Dienste
angeboten. Tripple-Play oder auch Quad-Play nennen sich derartige
Pakete. Darin enthalten sind das eigentliche Internet einschließlich
einer DSL-Flatrate, die Internet-Telefonie einschließlich
einer Telefonflatrate und Internet-Fernsehen zu günstigen
Preisen. Alternativ werden auch Video-Dienste angeboten oder Internt-Entertainment
(digitales Fernsehen einschließlich Video).
Das Internet mit den verfügbaren Breitbandverbindungen und
dem stetig wachsenden Datenaufkommen hat zwischenzeitlich allerdings
auch seine Leistungsgrenze erreicht. Vor allem Videodienste und
Tauschbörsen für Musikfiles nehmen die Leitungen mit
ihren enormen Datenmengen in Beschlag. Schon lange werden Stimmen
laut die eine so genannte Internet-Maut verlangen. Diese Maut
soll einerseits den enormen Datentransfer reduzieren, andererseits
sollen mit den Einnahmen neue Netze mit neuen Techniken ausgebaut
werden.
Mobilfunk - Die neue Breitband-Alternative fürs Internet:
Eine Entlastung der Festnetze kommt heute durch die Mobilfunknetze.
Schon heute haben User die Möglichkeit, über das UMTS
(HSPA) oder auch über die WiMAX-Netze Daten durch die Luft
zu transferieren. Eine weitere Technologie die gerade in Deutschland
ihren Anfang nimmt ist LTE. LTE mit Endgeschwindigkeiten von bis
zu 100.000 MBit/s soll über die frei gewordenen Frequenzen
der weggefallenen Radio- und Fernsehfrequenzen (Umstellung von
Analog auf Digital) realisiert werden. Durch die Umstellung von
Analog auf Digital sind bis zu 90 Prozent der Kapazitäten
für andere Dienste frei geworden, man spricht auch von der
so genannten Digitalen Dividende. Und dennoch: Immer noch (Stand
08/2010) gibt es in Deutschland Regionen die nicht mit Breitband-Internet
versorgt sind; dies sind vor allen Dingen ländliche Regionen.
Geht es nach der Bundesregierung, sollen die Frequenzen aus der
Digitalen Dividende diesen Mangel bis zum Ende des Jahres 2010
behoben haben.
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